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Ein Plakat mit der Aufschrift "Kall und Schulte raus"
Sportliche Werbeoffensive Kramer?
Ein Plakat mit der Aufschrift "Kall und Schulte raus"
Sportliche Werbeoffensive Kramer?

Was seit Tagen in nahezu allen relevanten Medien übereinstimmend berichtet wird, ist nun offiziell. Zur Saison 2015/2016 übernimmt Frank Kramer die Fortuna. Der 42-Jährige wird neuer Projekttrainer des einzig wahren Traditionsclubs am Rhein. Ausschlaggebend für seine Ernennung ist sicher sein klares Konzept von einem Traditionsverein 2.0, den Sportdirektor Schulte und Vorstandschef Kall zuvor ausgerufen hatten. Kramer wird also dafür stehen, die zahlreichen Talente der “Jugendakademie” in die erste Mannschaft einzubinden. Dadurch soll der ehemalige Fürther Trainer ein professionelles und nachhaltigeres Arbeiten ermöglichen.

Vor allem die Heimspiele sollen unter Kramer wieder zum Erlebnis werden. Denn es ist wichtig, dass der Verkauf von offiziellen Fanartikeln brummt. Das ist nur mit sportlichem Spektakel möglich, vor allem bei den Heimspielen, da dort auch alle Partner auch gebührend ins Licht gesetzt werden können. (Entsprechende Ansagen an Kameraleute und Fotografen von Sendern und Zeitungen wurden bereits gemacht) Dazu wird der Verein den Kader umbauen. Zahlreiche Spieler werden zur neuen Saison unter Kramer nicht mehr zur „Fortuna Düsseldorf AG“ (keine Sorge, das kommt noch. Hauptanteilseigner mit 51 Prozent: Die Stadt Düsseldorf) gehören. Wahrscheinlich ist unter anderem, dass Andreas Lambertz keinen neuen Vertrag mehr bekommen wird. Steht Lambertz’ Spiel doch eher für ein Arbeiterimage. Mit diesem kann der Verein aber keine neuen Fangruppen erschließen, muss sich das Vereinsimage schließlich an dem Stadtimage orientieren und nicht anders herum. Daher wird es das beste für den langfristigen Erfolg sein, sich von Lambertz zu trennen und nach dem Abstieg des HSV die dann vertraglosen Spieler wie Olic, van der Vaart und Rudnevs unter Vertrag zu nehmen. Spieler dieses Profils stehen für den provinziellen großstädtischen weltstädtischen Charkter Fortunas. Andere Spieler dieser Motivationsklasse wird dann der neue Trainer Kramer in enger Absprache mit Sportvorstand Helmut Schulte finden. Frei nach dem Motto: “Namen verkaufen Trikots”.

Mit dieser Strategie kann Fortuna Kramer dann auch entsprechend Vermarkten: Mit ihm erhält der Verein langfristig eine Perspektive und die Potentiale können ausgereizt werden. Ganz im Stile des grandiosen Projektes “KSC 2000” hat der Verein mit Kramer endlich den Startschuss für eine bessere Zukunft gegeben. Mit “Fortuna 2020” ist der Weg vorgezeichnet, eine regionale, deutsche europäische Dachmarke zu werden. Die Standortfaktoren Düsseldorfs geschickt genutzt, mit Kramer als Architekt des Erfolges, sollte der Angriff auf Branchengrößen wie Borussia Mönchengladbach oder Borussia Dortmund gelingen. Dies würde der Stadt am ehesten gerecht werden. Wir drücken Frank Kramer also die Daumen, die Anforderungen des Fortuna-Vorstandes zu erfüllen.

Vor allem – und das nun mit dem gehörigen Ernst und ohne die bisherige Ironie dieses Textes – wünschen wir Kramer die Portion Geduld, die es für einen solchen Verein braucht. Denn Sport ist zwar bis zu einem gewissem Grad planbar, aber mit Power-Point-Präsentationen und Image-Umfragen kommt man da nicht weit. Eins ist nämlich entscheidend: Auf’m Platz. Und da wünschen wir Kramer alles Gute, nicht der nächste auf der Gehaltsliste zu werden, der dem Wunschdenken wildgewordener Reißbrett-Planer nicht genügte. Und da im Moment kaum einer dem neuen Übungsleiter ein wirklich verlässliches Bild über den Club geben kann, hier ein kleiner Merksatz von uns, den man nie vergessen sollte: “Das ist Fortuna – die können alles!

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  1. #Link11: Die Motten und das Licht | Fokus Fussball

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