Ringelpitz mit ohne Dortmunder Anfassen

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Gelb-Schwarz macht traurig

In Fußball-Eventkreisen herrscht gerade absoluter Alarm. Warum? Der Kloppo kommt wieder nach Dortmund. Zum Viertelfinale inner Europa-League, mit dem dollen FC Liverpool. Eventyherz-jauchzend freut man sich. Da träumen nicht wenige in den Vereinsfarben Alemannia Aachens von Freundschaftsschals, Verbrüderungsszenen am Stadionkleingarten, Dortmundern und Liverpoolern, die gemeinsam Rubbel-die-Katz am Borsigplatz machen. Es lockt im Rio des Ruhrgebiets mal wieder das ewig geile Gefühl “geiler als wie alle anderen zu sein”. Halt das Lebenscredo eines jeden Dortmund-Fans, der Anhänger in den Spielzeiten 94/95, 95/96, 11/12, 12/13 wurde. (Den Betriebsunfall „Sammer 2001“ kann man aussparen.)

Wie es aber zu jeder bipolaren Selbststörung gehört: Dieses Sich-Geil-Finden basiert ja in Teilen auf der Erkenntnis, dass man mitnichten geil ist. Und meistens gibt es auch noch jemanden, der einem anständig Essig (oder andere Flüssigkeiten) in den Wein kippt. Da wollen wir uns mal nicht lumpen lassen und bieten gerne ein paar Miesepeter-Argumente an:

Hat Liverpool Bock auf die Dortmunder?

Da gibt es nämlich ein paar Fakten zum Binnenverhältnis des FC Liverpools in ganz Deutschland. Nach Celtic Glasgow ist es der Verein, der auf den meisten deutschen Freundschaftsschals auftaucht. Teilweise ohne eigene Kenntnis. Liverpool ist halt irgendwie der englische Konsensclub. Wer die mag, macht halt wenig falsch. Denkt man zumindest in Deutschland.

Und lässt fleißig “You’ll never walk alone” vor dem Spiel laufen. Um sich halt ein bisschen wie auf dem Kop, der Liverpooler Heimkurve, zu fühlen. Gerade Borussia Dortmund adaptiert diese Tradition seit Jahren. In Ermangelung eines eigenen Songs nimmt man halt diesen Song. Das mag man geil finden, man sollte jedoch nicht hoffen, dass es die Fans des Originals geil finden.

Die Fohlen sind schon da!

Deshalb Obacht bei Verbrüderungsversuchen. Kann sein, dass die da drüben im Gästeblock des Sponsorennamen-Stadions es nicht so geil finden, wenn der Gegner den eigenen Song vereinnahmt. Selbst wenn es der Herzensclubs des aktuellen Trainers ist. Wobei… Spielt Liverpool in Mainz?

Auch sonst sprechen ein paar Sachen gegen eine neue Liebe zwischen Liverpool und Dortmund. In England kennt man nämlich keine Fanfreundschaften. Es gibt lediglich lose Verbindungen zu anderen Vereinen, höchstens gibt es einen sogenannten “Friendly-Club”. Liverpool hat so einen. Ist auch so ein dämlicher Konsensclub. Und heißt: Borussia Mönchengladbach. Warum aber ausgerechnet dieser in Dortmund – in punkto Sympathien – fast auf Schalke-Niveau liegende Club?

Elf von Niederrhein und Anfield

Nun ja, weil die Fans der Borussia einst viel Geld für die Opfer der Hillsborough-Katastrophe spendeten und aus Dank der damaligen Fans Kontakte entstanden. Nicht also die großen Duelle in den 70ern waren der ausschlaggebende Anlass für diese respektvolle Freundschaft. Es war die Hilfsbereitschaft der Gladbacher Fans, weswegen beide Clubs zu Vereinsjubiläen große Testspiele machen, an der Anfield Road hin und wieder in der Halbzeit die “Elf vom Niederrhein läuft” und es alljährliche Fanreisen zum jeweils anderen gibt, fast im Sinne eines Erasmusprogramms für Fans.

Insofern sollte das Eventy-Herz in Dortmund nicht allzu enttäuscht sein, wenn Liverpooler Anhänger zum einen irgendwie niederrheinisch aussehen oder zum anderen keinen Bock auf 90 Minuten “Echte Gefühle Liebe” haben. Es könnte unter Umständen für alle aus England nur ein einfaches Viertelfinalspiel in einem unbedeutenden Wettbewerb werden. Wollten wir hier einfach mal sagen. Soll ja hinterher keiner behaupten können, man sei nicht gewarnt gewesen.

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