Ponomarev und DEG gehen getrennte Wege

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Energy-Consulting auf DEG-Trikot

Das Kapitel Mikhail Ponomarev bei der Düsseldorfer EG ist offenbar beendet. Nach unseren Informationen hat der russische Geschäftsmann seine Anteile an der Profiabteilung verkauft. An wen, ist allerdings noch nicht bekannt. Dem Vernehmen nach soll es sich um eine Person aus dem Umfeld der anderen Gesellschafter handeln. Auch, was diese Person bezahlt haben soll, wurde nicht bekannt.

Trotzdem steht damit fest: Mit Ponomarevs Abschied geht ein am Ende skurriles Kapitel beim achtmaligen Deutschen Meister zu Ende. Ponomarevs Auftreten war nie von Demut geprägt. Er sprach stets von großen sportlichen Zielen wie der Champions-Hockey-League (was auch erreicht wurde), kommenden Meisterschaften (wozu der DEG dann doch noch ’ne Menge fehlt) und von viel Geld, das er ranholen wolle.

Was den letzten Punkt angeht, hat Ponomarev offenbar allen Beteiligten eine Menge vorgemacht. Seit einem Monat – als WZ, Halbangst und der WDR anfingen, über erste Ungereimtheiten zu berichten – kamen immer mehr fragwürdige Details ans Licht. So habe laut Westdeutscher Zeitung Ponomarev kaum Geld in die DEG gesteckt, das meiste zahlte der andere Mitgesellschafter Peter Hoberg. Reden wir bei Ponomarev von sechsstelligen Darlehen, musste Hoberg immer wieder Millionenbeträge in den Club stecken, um ihn vor dem Kollaps zu retten.

Fragwürdige Zahlungsmoral

Hinzu kam eine lange Zeit nicht bezahlte Loge im Dome. Erst nach öffentlichem Druck soll Ponomarev die Rechnung beglichen haben. Auch ein Sponsoring seines Unternehmens Energy-Consulting warf am Ende große Fragen auf. So hat es wohl keinen Vertrag über die Werbung gegeben, was am Ende wohl auch Geschäftsführer Paul Specht den Job kosten könnte. Und auch jetzt gibt es neue Details, die an der Zahlungsmoral Ponomarevs Zweifel aufwerfen. So hat der Ex-Gesellschafter offenbar eine Loge bei den Pinguinen in Krefeld nicht bezahlt. Auch aus Ingolstadt war zu vernehmen, dass noch Rechnungen offen seien.

Im Grunde kann die DEG also eher aufatmen, als sich Sorgen um die Zukunft zu machen. Mit dem Ausscheiden Ponomarevs ist ein großer Wunsch der Stadt in Erfüllung gegangen. Dort hatte man zuletzt auch wegen der Person Ponomarev Zweifel daran, ob man der DEG weiter mit gestundeten Mieten unter die Arme greifen könne. Seit mehr als einer Woche verhandeln Stadt und die verbliebenen Gesellschafter darüber, wie sie den Verein dauerhaft in der DEL halten können. Erste Zeichen der Entwarnung hatte es in der vergangenen Woche gegeben. Allerdings laufen die Gespräche noch, wobei man sich über den Umgang mit dem umstrittenen Ponomarev wohl nun keine Gedanken mehr machen muss. Dieser spielt damit nur noch beim KFC Uerdingen eine Rolle – beim traditionsreichen Oberligisten ist Ponomarev Mitglied des Vorstands.

2 Kommentare

  1. Na ja da war das ein großer Irrtum, schade für die DEG aber wenn der den Verein hingehalten hat, dann musste ganz schnell Schluß gemacht werden. Ich hoffe, dass es der DEG gelingt ein paar solide Partner zu finden. Auch wäre endlich ein Hauptsponsor nötig. Das ist im großen , reichen Düsseldorf wohl nicht so einfach, wie in den kleinen Städten oder denen mit einer Firma von Ruf, die sich engagieren will. Die Chinesen in Düsseldorf, gehen lieber nach Dortmund oder Mönchengladbach zum Fußball

  2. Bei dieser Geschichte fällt mir der Name Eichberg ein. Wer erinnert sich? Er wollte damals Schalke auf finanziellen Wachstumskurs bringen und sprach immer von Millionen, due nur darauf warteten, abgerufen zu werden. Aber als er eine mal wirklich bringen sollte – da hatte er nichts auf der Tasche.

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