Kein Springer!

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Seit dem Mittag ist eine neue Blogplattform online. Sie heißt 1530blog.de Uhr und soll das Beste der Sportblogszene abbilden. Auch wir haben eine Anfrage bekommen, ob wir dort mitmachen. Doch wir werden es nicht tun! Für uns ist mit diesem Projekt eine Grenze überschritten, die uns sogar veranlasst, hier öffentlich Stellung zu beziehen. Denn hinter dem ganzen steht der Axel-Springer-Verlag.

Die Anfrage klingt freundlich, die uns Laura Reinkens hat zukommen lassen. Sie, die durch Twitter einer größeren Runde bekannt sein dürfte, koordiniert das Ganze. Höflich werden wir gefragt, weil man uns angeblich schätzt, ob auf der Seite 1530blog.de unsere Teaser (das sind die ersten Zeilen und das Bild des Artikels, die ihr auf unserer Startseite seht) mit verlinkt und auf der Seite eingebaut werden können. Natürlich alles von uns selber eingereicht. Wenn man dann von dem neuen Springer-Portal auf einen Halbangst-Artikel klickt, landet man auf unserer Seite. So zumindest wird es erklärt. Natürlich – darauf scheint man (noch) Wert zu legen – nur aus guten Motiven:

Uns würden keinerlei Pflichten oder Kosten entstehen. Wir würden vom Netzwerk profitieren und der sicher breiteren Aufmerksamkeit und vom Traffic. Zusätzlich hätten wir die Möglichkeit, an Vermarktungsaktionen teilzunehmen. Darüber würden wir alleine Entscheiden, ob wir entsprechende Werbung einblenden wollten. Natürlich könnten wir auch einfach die Reichweite nutzen.

Welch großzügiges Angebot! Springer bietet uns Reichweite und ein wenig Werbung. Wobei Letzteres für uns ausfällt, da wir ein nicht-kommerzieller Blog sind und auch bleiben. Halbangst ist ein Hobby von hauptberuflichen Journalisten und Redakteuren, die bewusst noch nie für Springer gearbeitet haben und es auch nicht vorhaben! Entsprechend fällt auch unsere Antwort zur Teilnahme an dem Projekt insgesamt aus: Nein, wir haben keinen Bock!

Zumal wir nur warnen können. Denn die Link-Listen-Seite ist ein großer Beitrag zur Kommerzialisierung der Blog-Szene. Bleibt man nämlich wirklich unabhängig, wenn man für Springer Inhalte liefert? Denn nichts anderes passiert da, auch wenn Gegenteiliges behauptet wird. Wer könnte uns garantieren, dass der Verlag nicht auf 1530blog.de irgendwann Webung schaltet und man dann neben Nutella, Commerzbank oder McDonalds auftaucht? Was passiert mit Springer-kritischen Artikeln? Bleibt man dann wirklich dauerhaft von einer “Traffic-Sperre” verschont? Und warum sollte man Springer zu einem kostenlosen oder zumindest preisgünstigen Blog-Netzwerk verhelfen? Ehrlich gesagt ist es sogar ziemlich dreist, über Google und Co. zu Jammern, deren Gratiskultur anzuprangern, und dann eine eigene Seite an den Start zu bringen, die ihren Inhalt mit ehrenamtlichen Content generiert. Dabei ist diese Seite keinen Deut besser als Google-News, weswegen Springer-Chef Döpfner zuletzt einen rührigen Artikel mit ganz viel Tränen in der FAZ schrieb. Und dann das! Sorry, bei dieser verlogenen Kackscheiße machen wir nicht mit. Im Gegenteil, wir sprechen uns aktiv gegen eine Beteiligung aus und Warnen eindringlich! Das ganze passt in die Strategie von Bild-Chef Dieckmann. Die klassischen Medien wie die BILD kaputtsparen, die Kollegen in existenzielle Ängste bringen und dann nebenher günstigen Content abgraben, um dort Knete zu machen! Pfui!

Wir können den bereits teilnehmenden Blogs nur sagen: Lasst es bleiben! Geht noch einmal in Euch! Fragt Euch, wer genau das gelobte Land hoher Klickzahlen verspricht und ob ihr am Ende wirklich unabängig bleibt? Wenn Springer Euch nämlich wirklich haben will, dann sollen sie auch zahlen! Und zwar anständig und sauber! Das was hier gerade aufgezogen wird, geht gar nicht. Auch wenn es derzeit als Schaf daher kommt, es ist und bleibt ein Wolf!

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