Kann das weg? Ja, bitte!

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Krefeld kann einem schon leid tun. Da gibt es im Fußball seit Jahren nichts mehr zu holen. Der KFC berappelt sich zwar langsam, taucht in der Regionalliga zumindest wieder auf der Landkarte des wahrnehmbaren Fußballs auf, aber längst sind beim Nachwuchs-Fan Gladbach, die Fortuna oder Schalke ganz oben auf der Beliebtheitskala. Wer wird da heutzutage schon noch KFC-Fan mit Leib und Seele!? Manch junger Krefelder macht es da gleich ganz anders und geht zu den Pinguinen Eishockey gucken. Sehr zur “Freude” der Fans der Eishockeyclubs im Umland. Denn was sich da im Pinguine-Block so alles tummelt lässt einen fassungslos zurück.

Ich habe endgültig die Schnauze voll! Heimspiele der DEG gegen den KEV werde ich mir nicht mehr anschauen. Warum? Ganz einfach: Ich habe keinen Bock die ganze Spielzeit über aus dem Gästeblock von pseudo-aggressiven Teenagern und  strunzdummen Früh-Zwanzigern angeglotzt und bepöbelt zu werden! Ich habe keine Lust mehr, mir ein Fanlager reinzupfeifen, das in großen Teilen ausschließlich gegen den Gegner singt, statt die eigene Mannschaft anzufeuern (die seit zwei Jahren für ihre Verhältnisse großartig spielt). Mir ist es einfach zu dämlich, in den Drittel-Pausen in den Raucher-Bereich zu gehen, und von den Affen angemacht zu werden, während sie wie notgeile Hobbyperverse auf meine Freundin glotzen, weil die jungen Krefelderinnen ja gerade dabei sind zu erzählen, wem sie heute noch alles auf dem Maul hauen müssen. Und ich möchte nicht mehr mit den zahlreichen meist älteren, wahren Fans der Pinguine Mitleid haben, dass diese Pfosten ihre Farben tragen. Erst recht kann ich nicht mehr hören, wie sie sich dann bei einem entschuldigen, statt gegen ihre gefühlt immer größer werdende “Sektion Vollasi” mal was zu unternehmen.

Warum so drastisch? Ganz einfach: Weil wir hier nicht von einem einmaligen Erlebnis reden. Ich habe in den letzten Jahren kein(!) Heimspiel gegen den KEV erlebt, ohne am Ende ‘nen geschwollenen Hals zu haben. Klar, es war immer etwas kerniger mit Krefeld. Allerdings habe ich das Gefühl, dass wir den Pfad der Folklore so langsam verlassen. Alleine die Polizeimitteilung zum Spiel am Freitag spricht Bände. Randale im Regionalexpress, bedrängte Fahrgäste, die um Hilfe bitten, Rauchbombenpartys am Hauptbahnhof. Ich bin ja bei Polizeimeldungen eher skeptisch, aber sagen wir: Wenn die Delinquenten auch noch stolz davon in den Drittelpausen berichten, glaube ich der Polizei dieses Mal. Vor allem wenn ich beim Lesen des Polizeiberichtes mir den versoffenen Krefelder vor Augen halte, der einfach mal so, weil er Bock hat, seinen Schädel vor einen Fahnenmast kloppt und danach auf seine Kumpels los geht. Solche “Hirnfreuden” hatte ich zuletzt 1997 gesehen, als Borussia Mönchengladbach Feynoord Rotterdam zu Gast hatte.

Klar jetzt kann man Einschieben: Es ist ja nichts wirklich Schlimmes passiert und wenn ich ehrlich bin – aktiv suchen die Gefangenen der Einöde zwischen Gladbach, Meerbusch und Düsseldorf auch keine Gewalt. Aber viele von ihnen sind in ihrem ganzen Verhalten eine Schande für das Eishockey. Warum das so ist? Darauf habe ich keine Antwort. Weder historisch noch soziologisch. Auch verstehe ich nicht, wie man sich so diebisch darüber freuen kann, wenn man den Gegner völlig zurecht, dauerhaft auf dem Eis dominiert, weil dieser nun mal Finanzsorgen hat, wie unlängst auch schon einmal der KEV. Demut und etwas Größe? Fehlanzeige! Von daher: Bevor ich mich weiter aufrege, bis auf weiteres schaue ich mir dieses Trauerspiel rechts von meinem Stehplatz nicht mehr an. Ist zwar auch keine faire Lösung gegenüber der DEG, aber nun mal die bessere für meine Gesundheit, von wegen Blutdruck und so. (cu)

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