Juristische Loserei – der Tag der ersten Entscheidungen

Heute ist so was wie der Entscheidungstag: Zuerst geht es darum, wer Gladbach auf dem Weg in die Champions League unterstützen darf. Fünf Teams könnten Gegner in den Play-Offs sein. Nur zwei davon hätten noch Einfluss auf meinen Urlaub. Aber viel wichtiger ist die Verhandlung über das Geisterspiel in Frankfurt. Da drückt selbst der Gladbacher den Fortunen die Daumen, dass die Düsseldorfer ihr bisheriges Verhandlungsgeschick vor DFB-Gerichten auch weiterhin beweisen können.

Aber zunächst zum einfachen: Gegen wen geht es in den Play-Offs? Für mich wären Braga und Kopenhagen super – da kann ich ruhig ne Woche Sommerurlaub buchen mit ein bisschen Fußballflair der ungewohnten internationalen Güte. Moskau, Kiew oder Athen, da würde ich wohl nicht hinfahren – wegen hausinternen Widerstandes. Aber wir werden sehen, schlagbar sind sie – und das ist erstmal das einzig entscheidende – alle.

Jetzt zum schweren: Bitte, liebe Fortuna-Offiziellen, erklärt dem DFB doch einmal warum jegliche Form von Zuschauerausschluss am zweiten Spieltag ein Skandal wäre und zudem eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Ich hoffe das gelingt. Denn ich möchte mir nicht vorstellen, was passiert, wenn wir Gladbacher nicht ins Stadion können und am 2.September unseren Samstag in der Düsseldorfer Altstadt verbringen. Für Anhänger der 80iger Wald- und Wiesenspiele sicher ein feuchter Traum, für Fans wie mich ein Alptraum. Wer damals bei dem Spiel Leverkusen gegen Borussia in Düsseldorf war, weiß, was ich meine. Die Altstadt war alleine mit Grün-Schwarz-Weißen voll, wie am Welttag der Jungesellenabschiede. Wenn jetzt noch die Rot-Weißen dazu kommen, wie soll das gehen? Garnicht! Und es ist auch weiterhin ein Skandal, dass dieser Aspekt nicht in der angemessenen Breite in den Medien thematisiert wurde. (Hin und wieder ein Artikel, mehr gab es nicht)

Sollte der DFB an einem Geisterspiel festhalten: Bitte sofort Protest einlegen und hoffen, dass die nächste Instanz erst nach dem Spiel ist. Aber auch, wenn es zu einem Teilausschluss kommt, muss es juristisch weiter gehen. Denn wenn nur 30.000 rein dürfen, ist das auch nicht ohne. Denn das würde die unbeteiligten Gladbacher betreffen. Statt dann neben den 5.000 Gästekarten auch ein paar auf dem freien Markt abstauben zu können, würde es keine Optionen geben, an mehr Tickets zu kommen. Die restlichen 25.000 Karten gingen nämlich an Dauerkarteninhaber der Fortuna. Der Hauptverlierer wären demnach die Gladbacher-Fans, und ganz ehrlich: Das wäre ein ganz großer Skandal. (cu)

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