Geiles Trikot, ungeile Satzung

Fortuna Düsseldorf spielt eine Partie ohne Trikotsponsor. Stattdessen steht auf der Brust “Gegen Rechts”. Finden wir prima – wenn jetzt auch noch die Satzung nachzieht.

Ohne Umschweife: Es ist schön zu sehen, dass sich Fortuna Düsseldorf ihrer Wurzeln entsinnt. Zumindest der jüngeren in der Vereinsgeschichte. Als zu Beginn des Jahrtausends die Oberliga den Club auf die Dörfer zwang, waren es in der Hauptsache eher linke Ultras, die den Verein am Leben erhielten. Mit dem langsamen Aufstieg gen erste Liga drehte sich der Wind aber. Die Kurve in Düsseldorf ist – vorsichtig formuliert – nicht mehr ganz so nah an den politischen Idealen der angesprochenen Ultra-Generation.

Der Ruf nach einer “unpolitischen Kurve”, der im Grunde nur freie Fahrt für rechte Hetze liefern soll, war auch in Düsseldorf in den letzten Jahren stärker vernehmbar, ja fast unüberhörbar. Insofern ist es gut, dass der Verein jetzt mit “Gegen Rechts” ein Statement setzt, dass zum einen den Verein klar positioniert und ihn andererseits zu einer Haltung bringt hinter die er nicht mehr zurück kann.

Und das sollte sich auch in der Satzung des Vereines dann auch niederschlagen. Was auf den ersten Blick auch stimmt. In §2 Absatz (4) heißt es nach einer einst geschehenen Satzungsänderung:

“Der Verein verhält sich weltanschaulich, politisch, rassisch und religiös neutral und steht in allen Belangen auf demokratischer Grundlage. Er bekennt sich zu den Grundsätzen der Menschenrechte. Er tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen sowie diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen, insbesondere aufgrund der Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, des Geschlechts, des Alters, der sexuellen Identität oder einer Behinderung,aktiv entgegen. Er darf seine Mittel weder für die unmittelbare noch für mittelbare Unterstützung oder Förderung politischer Parteien verwenden.”

Jedoch der erste Satz beißt sich mit dem Trikot. Politisch neutral ist die Aussage “Gegen Rechts” eindeutig nicht und damit leider nicht konform mit der Satzung. (Anders als Aufdrucke wie “Gegen Rassismus” oder “Gegen Hass”.) An diesem Passus zeigt sich, wie stark sich einst alte Szene vom Verein entfremdet ist. Auf einer Mitgliederversammlung zwischen Oberliga und ersten Zweitligajahren wäre die Mehrheit für einen solchen Satz kaum denkbar gewesen. Man fragt sich, warum es sie mal gab.

Es wäre also an der Zeit auf der nächsten Mitgliederversammlung den Satz abzuändern und festzustellen, dass ein Verein politisch irgendwie schwerlich neutral sein kann. Zumindest, wenn er sich so eindeutig mit diesem Trikot positioniert und keinen Bock darauf hat, Hass und Hetze auch noch qua Satzung die Chance zu geben, auch noch Recht zu haben…

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