Lumpi ist Echte Liebe

Echte Liebe 17
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Womit werben die noch in Dortmund? Echte Liebe? Völliger Blödsinn – echte Liebe gibt es nur zwischen Fortuna und Andreas Lambertz. Hmm … leider muss man bald sagen: gab es nur zwischen Fortuna und Lumpi. Denn bald ist er weg, der Mann, der an vorderster Linie erst mit dafür gesorgt hat, dass nach Jahrzehnten mit Begegnungen vor mediokrer Kulisse die Ränge im Stadion gut gefüllt und die Stimmung geil waren.

Wenn Ilja Ludenberg oder André Scheidt bei der Vorstellung des Teams vor dem Anpfiff deklamierten, „Mit der Nummer 17 – unser Kapitän – Andreas… Lumpi…“, dann flog bei der Lautstärke der Fan-Replik „Lambertz“ das Dach weg. Echte Liebe eben.

Und verdient hat er es auch. Lumpi ist der einzige deutsche Fußballprofi überhaupt, der von der vierten bis in die erste Liga aufstieg. In jeder Liga erzielte er mindestens ein Tor. Und das, obwohl es zunächst hieß: Lambertz, schön und gut, aber für die dritte Liga reicht es nicht. Und dann hieß: Lambertz, ja, okay, aber für die zweite Liga reicht es nicht. Und schließlich hieß es: Lambertz, ja, gut, aber für die Bundesliga reicht es nicht. Von wegen. Es reichte immer, weil Lambertz einfach ein „Vorzeigeprofi“ (Norbert Meier) ist. Klar spielte er „mal Kreisklasse“ (Sascha Rösler), aber eben auch „mal Weltklasse“ (Sascha Rösler).

Kein Fortuna-Fan, der nicht feststellte, Lumpi sei nun einmal „das Herz der Mannschaft, egal, ob er Fußball spielen kann oder nicht.“ Der Kämpfer Andreas Lambertz, keinen Ball gibt er verloren, schon gar nicht die, die ihm selber bei der Annahme etwas zu weit wegspringen. Und erst recht nicht die, die er beim Passversuch in die Beine des Gegners spielt.

Und außerdem kann er Fußball spielen. Denkt nur an seine Hütte am Millerntor, Vollspann in den Giebel. Oder in der Allianz-Arena, 71. Minute, zum 2:1, nach Sololauf, gegen Neuer! 13 Jahre in Düsseldorf, so was gab es doch nur zu seligen Mattes-Mauritz- oder Heinz-Lucas-Zeiten. Solange er noch in Düsseldorf ist, ist Lambertz Fortuna und Fortuna ist Lambertz. Darüber kann es keine zwei Meinungen geben. Gab es auch bei den Vereinsverantwortlichen nicht, bis Reck Lambertz die kalte Schulter gezeigt hat. Nun, Reck ist weg – und Lumpi leider auch.

Man darf gespannt sein, wie sich Lumpi in der kommenden Saison als Gegner (mit Bielefeld?) in der Arena präsentiert. Und man darf ihm dann ein phantastisches Match gönnen. Nein, man muss es!

Über den Autoren: Thomas Vogel ist Redakteur bei einem großen Sender in Düsseldorf. Seit Jahrzehnten Fortuna-Fan …

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