Der überraschende Herr Lambertz

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Als Andreas “Lumpi” Lambertz die Fortuna verlassen musste, waren wir uns bei Halbangst einig, dass man so mit einer Vereinslegende nicht umgeht. Sportlich gab es für uns jedoch Gründe, den Vertrag nicht zu verlängern. Aus heutiger Sicht ein Fehler.

Über die unwürdigen Umstände der Trennung, wie sie Lumpi haben zappeln lassen, wollen wir uns nicht weiter auslassen. Die meisten der dafür Verantwortlichen haben in weiteren traurigen Episoden ihren Ruf in der Fußballszene derart ramponiert, dass es sinnlos ist, sich an Paul Jäger, Helmut Schulte oder an Lambertz rumnöhlenden Ex-Aufsichtsratsmitgliedern abzuarbeiten.

Spielerisch und taktisch reif

Schauen wir also rein sportlich auf Andreas Lambertz. Es ist beachtlich, was er aktuell leistet. Nach dem Spiel von Dynamo Dresden bei der Fortuna bleiben zwei Erkenntnisse. Zum einen: Die Dresdner spielen einen wirklich guten Fußball. Zum anderen: Andreas “Lumpi” Lambertz spielt einen guten Ball, wirkt für Zweitligaverhältnisse taktisch und technisch sehr reif.

Ja, genau, wir reden von dem Fortuna-Lumpi. Der, der immer geackert hat, der sich stets aufgerieben hat, der technisch nicht immer fein wirkte, dessen Übersicht auch nicht immer die Beste war, aber der immer 100 Prozent gab. Genau diesen Typen meinen wir. Wir reden von dem Spieler, der wie ausnahmslos jeder Dresdnder Spieler den Ball sauber annehmen kann, und dann auch noch weiß was er mit ihm machen soll. Nicht erst seit dem Sieg in Düsseldorf zeigt sich: Uwe Neuhaus, der Dynamo-Trainer, versteht es Spieler wie Mannschaft angemessen einzustellen.

Für Funkel wäre er ein Gewinn

Für die Dresdner ist das erfreulich. Für die Fortuna allerdings weniger. So verfängt sich das einstige Argument nicht mehr, Lumpi wäre sportlich nicht stark genug für die Zweite Liga. Im Gegenteil: Schaut man sich die Spielidee Friedhelm Funkels an, ist diese systemisch und in der Spielerentwicklung nicht weit entfernt von Uwe Neuhaus. Wahrscheinlich hätte Lambertz die gleiche sportliche Entwicklung auch unter Funkel genommen.

Das sagt dann auch einiges über die Fortuna in den letzten Jahren aus und bestätigt nachträglich, dass der Verein nach dem Abstieg aus der Bundesliga eigentlich nicht mal im Ansatz zweitligataugliche Verantwortliche im sportlichen Bereich hatte. Weder bei den Vorsitzenden, noch bei den Sportdirektoren und schon gar nicht – eine logische Konsequenz aus den ersten beiden Positionen – bei den Trainern.

Ein sportlicher Kardinalfehler

Somit ist es also an der Zeit zu sagen: Es war sportlich ein Fehler, Lumpi Lambertz gehen zu lassen. In die Mannschaft von Friedhelm Funkel hätte er gut gepasst. Aber was soll es, zu ändern ist es nicht mehr. Bei der Fortuna sollte man den Fall Lambertz nun endgültig als Blaupause dafür nehmen, wie man es in allen Bereichen auf keinen Fall noch einmal machen sollte. Vielleicht hat der Abgang von Lambertz dann auch wiederum was Gutes gehabt. Aber auch nur dann…

1 Kommentar

  1. Ich habe mir als es ohnehin schon 3:0 stand, die Zeit genommen ausschließlich auf lumpi zu schauen und kann euch nur zustimmen. So gut hab ich ihn bei fortuna noch nie gesehen. Technisch gereift, tolles Pass Spiel, übersichtlich.

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