Elf ohne Innenverteidiger

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Gegen Eintracht Frankfurt hat die Defensive meistens gestanden. Das Gegentor ging auf die Kappe von ter Stegen, ansonsten ließen Tony Jantschke und Roel Brouwers hinten nicht viel zu. Das lag aber auch an den Frankfurtern, die Hessen versuchten irgendwie gar nicht erst, die aus der Not geborene Innenverteidigung der Borussia richtig unter Druck zu setzen. Da wunderte sich selbst Jantschke nach dem Spiel, dass so wenig gekommen war. Die echte Bewährungsprobe steht also noch bevor – zumal jetzt auch noch Brouwers längere Zeit ausfällt. Das kann eng werden.

Seit letzter Saison spielt Borussia im Prinzip mit drei Innenverteidigern: Martin Stranzl und Alvaro Dominguez in der Startelf, dazu Roel Brouwers als stets bereit stehender Backup. Das funktioniert, so lange keiner länger ausfällt. Jetzt aber sind Dominguez und Brouwers wahrscheinlich bis Ende der Hinrunde verletzt. Bleibt also nur Martin Stranzl. Dem merkt man im Spiel zwar seine 33 Jahre kaum an, allerdings hat auch Stranzl gelegentlich mit Knieproblemen zu kämpfen; außerdem ist der Österreicher immer mal wieder für einen Platzverweis gut. Soll heißen: Ehe man sich versieht, steht die Borussia womöglich völlig ohne etatmäßigen Innenverteidiger da.

Die Alternativen sind wenig berauschend. Nach der Auswechslung von Brouwers am Sonntag spielten Tony Jantschke und Thorben Marx die letzten 20 Minuten. Das Spiel war aber längst gelaufen, Frankfurt hatte sich in die Niederlage ergeben, insofern ließ sich nicht erkennen, ob das Duo unter Druck standhalten würde. Jantschke immerhin hatte vorher schon das eine oder andere Mal gezeigt, dass er eine Alternative ist. Zumal Julian Korb auf Jantschkes eigentlicher Position hinten rechts mehr als nur adäquater Ersatz war. Im Abwehrzentrum spielen kann natürlich auch Harvard Nordtveit. Aber auch das ist nur eine Notlösung. Der Norweger ist noch so gar nicht richtig in die Saison reingekommen, wirkt sehr viel unsicherer als in den letzten zwei Jahren. Filip Daems ginge auch innen, zumal Oscar Wendt drauf und dran ist, sich den Platz auf der linken Außenbahn endgültig zu sichern. Aber ein Innenverteidiger Daems ist meiner Meinung nach keine Perspektive für eine Saison, in der man ja um die europäischen Plätze mitspielen will. Das gilt erst recht für Lukas Rupp, der in der letzten Woche auch schon auf der Innenverteidiger-Position trainiert hat. Dann schon lieber Luuk de Jong. Für den ist vorne der Zug derzeit abgefahren. Kopfballstark und robust ist er aber – Qualitäten, die hinten zählen…

In der Hinterhand ist nichts. Matthias Zimmermann, auf dessen Durchbruch wir seit fast zwei Jahren warten, ist nach Sandhausen in die zweite Liga verliehen, und dann bleibt eigentlich nur noch Joel Mero. Der Neuzugang aus Finnland ist aber gerade mal 18 Jahre alt und kämpft zur Zeit darum, sich in der Regionalliga-Mannschaft durchzusetzen.

Klarer Auftrag an die Einkaufsabteilung: In der Winterpause muss ein Neuer her. Max Eberl ist ja auch angeblich schon auf der Suche. Ein heißer Tipp heißt Fabian Schär, Schweizer Nationalspieler beim FC Basel. An dem 21-Jährigen sind aber auch noch andere dran, die Rede ist von Dortmund, Arsenal und Juventus Turin. Kosten soll der Junge rund fünf Millionen – die Hälfte der kolportierten ter Stegen-Ablöse aus Barcelona. Aber das ist wieder eine andere Geschichte…(KS)

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