Einer muss gehen!

Fortuna Düsseldorf hat es vollbracht. Die Debatte über die Bild-Aktion für Flüchtlinge in der Bundesliga läuft, die Bild kriegt ordentlichen öffentlichen Gegenwind und der FC St.Pauli viel Zustimmung dafür, bei der Aktion nicht mitzumachen. Und was macht die Fortuna? Zerlegt sich auf Vorstandsebene. Hatte man schon in den vergangenen Monaten oft das Gefühl, dass Aufsichtsrat und Vorstand eher schlecht als recht miteinander kommunizieren, schlägt das jetzt Geschehene dem Fass den Boden aus.

Einen Tag vor der Partie in Bochum haben viele Fans Druck auf die Fortuna gemacht, bei der Bild-Aktion nicht mitzumachen. Der Aufsichtsratschef Marcel Kroneberg wird – für viele ein gefühlter Vertreter der Fans im Kontrollgremium – gebeten, was zu unternehmen. Und Kronenberg positioniert sich bei Facebook eindeutig:

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Natürlich kann er nur eine Empfehlung aussprechen. Aber: Im Grunde kann der Vorstand ihm dann nur noch folgen. Nur so lässt sich dann noch vermeiden, dass ein kommunikatives Problem öffentlich wird. Aber der Vorstand um Dirk Kall macht es nicht. Nein, die Fortuna wird in Bochum mit den umstrittenen Bild-Aufnähern auflaufen. Nicht nur das – wenn man die Begründung liest, wird einem Angst und Bange um die Gebaren im Club. In dem auf der Homepage veröffentlichten Statement heißt es in Fettschrift, man werde in dieser Frage das Profil als Verein nicht auf Kosten der Flüchtlinge schärfen.

Nur mal zum Mitschreiben: Wer sich mit dem FC St. Pauli solidarisiert und die Aktion ablehnt, profiliert seinen Verein auf Kosten von Flüchtlingen. So ist also die Empfehlung des Aufsichtsrates Kronenberg eine reine Profilierung? Kein Verteten von Werten? Ganz ehrlich: Wer immer für dieses Statement aus der Reihe des Vorstandes verantwortlich ist – ob Paul Jäger oder Dirk Kall – ich würde mir als Aufsichtsrat gut überlegen, ob man nicht so langsam von seinem Recht Gebrauch machen sollte, einen hauptamtlichen Vorstandschef abzuberufen. Oder ich würde als Chef des Aufsichtsrats mal tief in mich gehen, überlegen und den Scheiß hinwerfen. Fakt ist nur: Nach dieser Nummer, gepaart mit allem was in der Ära Kall passiert ist, kann es eigentlich nur heißen: Einer muss gehen! Ob Kronenberg oder Kall – dazwischen gibt es eigentlich nach diesem Vorfall kaum mehr Raum für Lösungen.

4 Kommentare

    • Erst einmal: Ohne Beleidigung als letzte Worte geht es wohl heute nicht. Und nun inhaltlich: Es geht nicht um die Bild-Aktion an sich. Es geht um die Kommunikation im Club. Nicht zum ersten Mal läuft sie quer. Nicht zum ersten Mal mit den genannten Protagonisten. Die Statements sind in ihrem zeitlichen Ablauf ein PR-Gau, der in jedem mittelgroßen Unternehmen (Aufwachen, Fortuna ist so eines) nicht ohne Folgen bleibt. Und bevor es nur auf die Person Kall geht: Auch das meinen wir nicht. Vielleicht ist nicht immer alles Dirk Kall Schuld. Oder soll er auch das Facebook-Statement von Kronenberg verfasst haben? Denn egal ob der AR-Chef im Urlaub von der Vorstandsentscheidung wusste oder nicht: es ist ein Fehler. Weil er es entweder unabgestimmt verfasst hat obwohl er als AR spricht, oder er hat es in Kenntnis der Entscheidung verfasst, dann ist es mindestens ziemlich dumm, eher aber gezielt schädigend.

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