Die richtige Trennung vom x-ten Mann

Rachid-Azzouzi-2015-07
Rachid Azzouzi

Bei Fortuna Düsseldorf wird mal wieder die Personal-Rochade angeworfen – zu Wochenfrist trennte sich der Club von Sportdirektor Rachid Azzouzi. “Einvernehmlich”, wie es der Verein erklärt. Oberflächlich betrachtet keine Überraschung, Azzouzi war eigentlich der letzte sportliche Hauptbeteiligte an dieser Katastrophensaison.

Aber – und das spricht gegen die Trennung – ein augenscheinliches Übermaß an Fehlern,wie sein Vorgänger Helmut Schulte, hat er nicht gemacht. Zumindest hat er keine Schuld daran, dass mit Frank Kramer ein Trainer verpflichtet wurde, der so überhaupt nicht zu einem Kader von taktisch unflexiblen Spielern passte. Die Hauptzutaten eines zerstrittenen Vorstandes, eines falschen Trainers und eines Kaders, der in Bundesligakreisen nicht wenige der kundigen Menschen belustigte, hatte im Grunde nicht Azzouzis in den Kuchen gekippt.

Wirklich nur ein “Sündenbock”?

Insofern sind Kommentare in einigen Medien ebenfalls verständlich, dass eine Trennung eigentlich das falsche Signal darstellt. Bei der Rheinischen Post ist von einem “Sündenbock” die Rede, die Westdeutsche Zeitung spricht von einem “Murmeltier”, das täglich grüßt. Es stimmt ja auch, durch die zahlreichen Trennungen von Trainern und sportlichen Verantwortlichen könnte der Eindruck entstehen, die Fortuna bezahle inzwischen mehr Leute dafür, dass sie nichts tun, als dass sie wirklich aktives Personal beschäftigt.

Gerade der letzte Punkt kann dem neuen Vorstandschef Robert Schäfer eigentlich egal sein. Fakt ist: Die Fortuna hat durch ihre personellen Probleme an den administrativen wie sportlichen Spitzen strukturell große Probleme. War es bis vor drei Jahren der 1.FC Köln, erheitert nun die Fortuna die Fans des gepflegten Dilletantismus. Will ein neuer Vorstandschef den Verein in strukturell ruhigere Zeiten führen, wird er neues Personal brauchen, egal wieviele Ex-Trainer und -Vorstände sich aus der Zeit vor seiner Arbeit auf der Pay-Roll stehen.

Ist nicht eher Paul Jäger das Problem

Natürlich fällt den meisten Fortuna-Fans eher Paul Jäger ein, von dem sich Robert Schäfer hätte trennen sollen. Aber der ehemalige Interims-Vorstandschef und Finanzchef hat aktuell keine sportlich wichtige Aufgabe. Die Etat-Zahlen für die kommende Saison sollte der Verein kennen; Paul Jäger öffentlich plumpe Aussagen zu untersagen, sollte auch nicht so schwer sein.

Dagegen drängt der sportliche Umbau. Fortunas Zukunft liegt sicher nicht in älteren Profis, die einst gehobene Erstligaklasse waren, aber inzwischen selbst in der zweiten Liga Probleme bekommen. Und genau hier ist die Frage, ob Azzouzi der Mann ist, dem man das “Projekt Ruhe” zutrauen kann. Nachdem, was in der Winterpause geschehen ist, eigentlich nicht.

Schwere Fehler bei der Kurskorrektur im Winter

Erinnern wir uns zurück: Die Fortuna hat bis zur Pause scheußlichen Fußball gespielt, steckte in größter Abstiegsnot und fand erst keinen Trainer. Erst nach Wochen wurde Marco Kurz präsentiert. Dieser erwies sich jedoch als Flop und wurde unwürdig nach wenigen Wochen entlassen. Es war Azzouzi, der die Sache mit Marco Kurz von vorne bis hinten verwachst hat. Einen Fridehelm Funkel hätte er auch vor Marco Kurz bekommen können. Außerdem kamen keine Spieler, obwohl die Fortuna sicher die Mittel gehabt hätte. Wäre der Club abgestiegen, genau diese Entscheidung hätte man als ziemlich ursächlich ansehen müssen.

Insofern: Es ist richtig, dass Azzouzi nicht mehr sportlicher Leiter des Vereins ist. Es ist auch richtig, dass nicht direkt ein neuer Name präsentiert wird, sondern dass die Kompetenzen des erfahrenen Trainerteams Funkel-Herrmann um die Kaderplanung erweitert wurden. Statt der Präsentation neuer vermeintlich bekannter Namen, die auf Azzouzi folgen, schafft Fortuna Synergien. Das hat es in dem Club schon lange nicht mehr gegeben. Alleine dafür lohnt sich die Trennung. Wenn jetzt noch junge Spieler fest verpflichtet werden, Paul Jäger auf lange Sicht keine Rolle mehr spielen darf und man bei der Fortuna dadurch sportlich in Ruhe arbeiten kann – eine stabile Saison im Mittelfeld wäre möglich. Das wäre dann zwar nur ein Kleines Glück, nur genau das hat der Verein so bitter nötig.

Foto: Fugito, veröffentlicht unter Creative Commons

4 Kommentare

  1. Diese ewig selben Kommentare gegen Paul Jäger sind doch langsam echt langweilig. In mir verstärkt sich der Verdacht, dass die Schreiber dieser doofen Kommentare gegen P.J. hier gezielt gesteuert werden.Alles ahnungslose und sechsmal kluge! Haltet die Klappe und tut das was besser für euch wäre!!!Fussball gucken,und Klappe halten!!!

    • Scheiße erwischt! Schreib doch sowas nicht – ob wir jetzt noch weiter den großen Scheck von der Fortuna-CIA bekommen? Was wird denn jetzt aus unseren gesteuerten Beiträgen, in denen wir den Ausverkauf der Fortuna an ein Linksgrünes-Öko-Großkartell fordern? Scheiße, jetzt hab ich auch noch verraten, dass wir von den Dissidenti-Ultras bezahlt werden. Dabei mögen wir den Paul doch so gerne…

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*