Schubikalypse – vom Abwehrtrichter zum Schweizer Käse

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Ödland Kirmesfußball

Die Niederlage beim Hamburger SV ist ein echter Durchrüttler für Fans von Borussia Mönchengladbach. Wer bis vor der Partie gegen den Trümmerdino dachte, dass es ein unaufgeregter Sieg einer wieder stabilen Borussia, der sah sich enttäuscht. Wieder einmal gab es Kirmesfußball. Spätestens nach der 2:3-Niederlage sollte bei den meisten angekommen sein: Mit diesem Defensivverhalten endet die Saison im Ödland des Mittelfelds.

Auch dieses Mal wurde hoch gepresst bei Verzicht auf eine Staffelung in der Abwehr. Ballverluste oder ausbleibende Balleroberungen hatten fatale Folgen. Ein langer Ball auf eine parallel stehende Abwehrreihe, am besten noch zwischen das ungeordnete defensive Mittelfeld und Sechzehner gespielt, fertig ist die simple Überrumpelung der Borussia durch den Gegner. Ganz schlimm wird es dann noch, wenn individuelle Fehler – es fehlt ja jegliche Staffelung – nicht mehr ausgebügelt werden, der ballführende oder -verlierende Abwehrspieler fast ausschließlich letzter Mann ist, während sich die Mitspieler dauernd vor dem Ball befinden. Es entsteht Unsicherheit, Gezocke und das Schaffen einer hochveranlagten Truppe basiert am Ende nur noch auf Zufall. Unter dem Schweizer Übungsleiter Lucien Favre ein Unding, das trichterhafte Verdichten der Abwehr vor dem Gladbacher Tor war ein Paradestück der Abwehrarbeit, die vor Jahresfrist ihresgleichen in Europa suchte. Im Spiel an der Elbe erinnerte nichts mehr an ein solches Spiel. Übrig geblieben sind Löcher wie bei einem Schweizer Käse.

Schlechtes Coaching im Spiel

Gut, man kann jetzt sagen, so etwas passiert nun einmal. Gegen den HSV fehlte es halt an der Ballsicherheit in der sonst verlässlichen Offensive. Dann hat auch die Abwehr Probleme und es wird selbst gegen solch mannschaftliche Fehlkonstrukte wie dem HSV schwer. Aber damit wären wir auch schon beim Grundübel der letzten Wochen. Borussias Kader besitzt die wohl größte Spielintelligenz nach Bayern München. Die Spieler sind maximal variabel. Eine solche Truppe kann während des Spiels mit ein, zwei Umstellungen taktischer Art schnell auf einen biederen Modus schalten. Man kann so etwas nach zwei schlimmen Abwehrfehlern bei gleichzeitiger Führung noch justieren. Spätestens nachdem Granit Xhaka als letzter Mann dem HSV dazu verholfen hatte, die wahrscheinlich größtmögliche Torchance des Jahrzehnts zu versemmeln, muss ein Trainer reagieren.

Und das geschieht nicht. Nicht beim HSV und auch sonst nicht. Gladbach-Trainer Andre Schubert lässt es allzu häufig einfach geschehen. Sah es am Ende der Hinrunde so aus, als seien die Slapstick-Auftritte in der Abwehr Folge der immensen Überspieltheit, zeigt nach der Winterpause: Schubert hat defensiv kein anderes Konzept als dieses. Er will den steten Mix aus aggressivem Pressing und einem risikobehafteten Stellungsspiel in einer Dreier-, Vierer-, oder Fünferkette. Das war gegen Dortmund so, als die ganzen Läufe der Dortmunder die Abwehr übeforderten. Das zeigte sich gegen Bremen, bei dem das 5:1 schlimme, ungesühnte Abwehrklöpse kaschierte. Und das führte jetzt zu einer Niederlage in einem Spiel, dass man mit einer Taktik jenseits der Kirmesunterhaltung seriös und langweilig gewonnen hätte.

Ist Schubert der Richtige?

Zu all dem fragt man sich, ob die individuellen Fehler und die an den Tag gelegte Pomadigkeit, Zeichen einer “laissez-faire”-, einer “alles cool”-Attitüde in der Trainingswoche sind? Die Müdigkeit der englischen Wochen im Herbst, nicht vorhandene Zeit zum Traineren kann nun nicht mehr vorgebracht werden, um Gegentore und Niederlagen zu erklären. Die Mannschaft scheint in einer “was kostet die Welt”-Ausrichtung gefangen zu sein, die teilweise ähnlich dogmatisch exerziert erscheint wie das Favresche System. Mit dem Unterschied, dass das System des Ex-Trainers an schlechten Tagen dadurch ein 0:0 produzierte, während die Borussia 2015/2016 unterlegene Gegner per “Kirmesfussball” zum Torschiessen einlädt.

Run and Gun ohne Alternative. End-to-End-Fußball, der selbst Johann Cruyff zu riskant wäre. Um es klar zu sagen: So großartig André Schubert es gegen Bayern, Juve oder Manchester gelöst hat, so hilflos wirkt es gegen das Alltagsgeschäft der Liga. Wirklich an den Problemen gearbeitet wurde nicht. Mit diesem Rückrundenstart, der mangelnden Stabilisierung des Fußballs ist kaum mehr als langweiliges tabellarisches Mittelfeld-Gedümpel drin. Der Rest wird sich dann spätestens im Sommer fügen. Für eine weitere Vorbereitung mit der Mannschaft bewirbt sich der theoretisch starke Coach nämlich nicht unbedingt.

#yeswehein

32 Kommentare

  1. Ich sehe es genau so. Die Favre-Spielweise wurde in den ersten Spielen mit mehr Offensiv-Drang versehen. Jetzt sieht man kein richtiges System mehr. Alle wollen jetzt stürmen.Nach dem Motto: Kriegen wir 3 Tore rein müssen wir 4 schießen.Die Abwehr muss stabiler werden.

  2. Schubert verspielt leichtfertig die europäischen Plätze.
    So kann man in der Bezirkslige agieren, wenn es um nichts geht, aber nicht in der Bundesligea. Meineserachtens sollte man im Sommer einen seriösen Trainer verpflichten. Schubert ist ein Leichtgewicht, der selbst in der 2. Liga nichts bewegt hat. Die Schuhe die er jetzt trägt sind ein paar Nummern zu groß. Das Defensivverhalten ist eine katastrophe. Auf Bubis zu setzen ist fahrlässig. Und Martin Stranzel auszusortieren eine große Dummheit. Eberl sollte schnellstens eingreifen, damit dieser Trainer nicht alles kaputt macht, was unter Favre mühsam aufgebaut wurde. Ansonsten sollte Eberl im Sommer gleich mit abhauen.

  3. Das Schlimmste: Die Kicker, die AS gefordert haben, werden im Sommer gehen, weil ihnen ein 8. Platz nicht die notwendige Perspektive aufzeigt…

  4. Ohne Netz und doppelten Boden lachend in die Kreissäge rennen!
    Ich hoffe auch, das der Trainer gewechselt wird. Der Rattenschwanz der an dieser verfahrenen Situation hängt ist nämlich nicht zu unterschätzen. Während bspw. Chelsea Spieler wie Hazard und Christensen nach Gladbach verliehen hat, weil dort der Trainer Favre etwas aussergewöhnlices geschaffen hat was über die Liga hinaus für Aufsehen gesorgt hat, gibt es derzeit sicher keinen Grund einen Spieler an die Borussia zu verleihen. „Weiterentwickelt “ wird da zur Zeit nicht -eher abgewickelt. Und die jungen Talente (respektive deren Berater) werden sich auch eher eine andere Station suchen „um den nächsten Schritt zu machen“.
    Mit dieser Leistung kommen wir auch nicht in einen europäischen Wettbewerb, wodurch am Ende der Saison evtl. Spieler gehen die sonst bleiben wüden.(?!)

    Als Favre ging habe ich auf Murat Yakin oder Markus Weinzierl gehofft. Das tue ich jetzt glaub´ich wieder…

  5. In der Grundtendenz stimme ich zu, die Mannschaft ist selbst bei Führung sehr schnell zu beeindrucken und zu einfachsten Fehlern zu provozieren. Insofern steht sie auf dem Tabellenrang im Moment richtig. und bekommt sie die Gegentorflut nicht in den Griff, wird es nicht besser werden. Allerdings ist der Verweis auf Favre nur zum Teil fair. Bei Favre verteidigten Dominguez, Stranzl, Jantschke, Wendt, davor Kramer und Xhaka. Schubert hat von diesen sehs Spielern nur 2 zur Verfügung (Stranzl war in Hamburg nicht spielfähig und somit keine Alternative). Und dass Christensen, Hinteregger, Elvedi und Dahoud Fehler machen, muss man akzeptieren. Mir wäre es aquch lieber, Schubert handelte jetzt nach dem Favreschen Motto, erstmal hinten dicht zu bekommen. Aber den Stab über ihm zu brechen, halte ich für zu früh. Schließlich sind es auch die Spieler, die in diesem Konzept mit sehr viel Freiheiten ausgestattet sind und sich letztlich immer wieder selbst ein Bein stellen.

    • Hi „Nielsen“,
      es ist sicherlich ein vielschichtiges Thema in einer dazu bekloppten Saison. Personalfragen sind klar ein Faktor. Und den Stab brechen wir nicht, ich zB sehe auch positive Aspekte des Schubert-Fussballs, natürlich. Aber das Big Picture ist besorgniserregend. Wie du sagst, Fehler sind zu erwarten und ok – es scheint aber, dass es systematisch en masse hingenommen wird.

      • Hallo Manuel,
        mein Kommentar war auch nicht als Angriff auf Deine Analyse gemeint, ich finde nur, dass man eben beides sehen muss. Und da kommt mir Schubert bei manchen im Moment so übertrieben schlecht weg wie er vorher in den Himmel gehoben wurde. Favre hat seine Mannschaft über Jahre fast verletzungsfrei so formen können. Schubert hat erst seit Jahresbeginn erstmals die Möglichkeit, die Mannschaft konkret nach seinen Vorstellungen einzustellen. Das gelingt einfach nicht mit einem Fingerschnipps. Zudem fehlen ihm wie erwähnt noch viele wichtige Spieler aus der Favre-Ära.
        Die Abwehrarbeit hat sich – bis auf die Verteidigung von Standardsituationen – aus meiner Sicht in den letzten Spielen schon deutlich verbessert. Das Problem sind die vielen einfachen Fehler im Spielaufbau, die Verunsicherung (wenn der Gegner aggressiv presst), die zu solchen Chancen wie gegen den HSV (ähnlich wie im Hinspiel übrigens) führen. Und eins ist auch klar: Solche Tore wie das 2:1 dürfen natürlich überhaupt nicht fallen – aber auch da kann ich mich an ähnliche Szenen mit Dominguez aus der Vergangenheit erinnern. Inwieweit Eure Zweifel berechtigt sind, was die Trainingsarbeit angeht, kann und will ich nicht beurteilen, weil ich das Training nicht beobachten kann. Im Spiel finde ich viele Dinge nicht so schlecht, außer, dass er in letzter Zeit aus meiner Sicht – wie Favre – zu spät auswechselt. Das hat er am Anfang anders gemacht und der Erfolg hat ihm da recht gegeben.
        Ich bin auch hin- und hergerissen: In der Tat muss Schubert (zu Recht) gestiegene Erwartungen erfüllen. Möglicherweise ist es in diesem Jahr aber mit den ganzen Widrigkeiten dieser Saison einfach etwas zu viel verlangt. Wäre der dritte Platz nicht punktemäßig so nah, würden sich vielleicht auch viele Borussen-Fans damit arrangieren, dass es dieses Jahr eher um Platz 6 gehen könnte als um die CL-Plätze. Auch Dortmund hat letzte Saison schließlich nicht mehr den ganz großen Durchmarsch nach vorne geschafft.

        • Hallo,
          wie du schreibst, es gibt einige Grautöne und sehr viele Faktoren, da sind wir uns einig. Ich persönlich habe Schubert vorher nicht in den Himmel gelobt, und bin jetzt auch nicht durch mit ihm oder so.
          Das komische ist in der Tat die plötzliche kollektive Unsicherheit oder individuelle Patzer.
          Du schreibst vom Jahresbeginn und dass Schubert erst dort seine Mannschaft einstellen konnte. Ich denke, dass ist unser Punkt, es scheint immer noch ein extrem laufintensives, aber überspielteres Vorwärts-System bevorzugt zu werden, während wir gleichzeitig mit der defensiven Positionierung und der Reaktion auf aggressives Pressing des Gegners grosse Probleme haben. Da erkenne ich keine Fortschritte. Mir fehlt da ein bisschen die (für mich beruhigende) Perspektive der Ausgewogenheit.
          Gruss
          Manuel

  6. Eine sehr gute Analyse der momentanen Situation bei BMG. Schubert ist ausgereizt, nachdem ich zunächst auch für einen Vertrag plädiert habe sehe ich die Dinge nun ganz anders. Die abwartende Haltung Eberls AS mit einem Vertrag auszustatten hätte sich als richtig herausgestellt. Der Mann hat überhaupt keinen Plan wie man den Gegner vom eigenen Tor fernhält. In den erstetn Spielen unter seiner Führung war das favresche System noch so in den Köpfen der Spieler verankert, dass man automatisch ein vernünftiges Abwehverhalten an den Tag legte. Diese Automatismen sind nun futsch und kommen unter Schubert auch sicher nicht zurück. Weg mit ihm, er hat uns die CL und den Pokal versaut, das reicht

  7. Erst in einer Krise zeigt sich die wirkliche Qualität eines Trainers. Vielleich hat er ja aus dem Spiel gegen den HSV endlich die richtigen Schlüsse gezogen und lässt gegen K*** nicht mehr so vogelwild nach vorn spielen. Wenn er das nicht ändert, passiert bei uns das gleiche wie in Stuttgart, wo der „Übungsleiter“ auch nichts gelernt hat.

  8. diese Woche nur vier (!!!) Trainingseinheiten – nach freiem Montag und Dienstag – hier stimmt etwas nicht…der Verein sollte schnell handeln !!!

  9. Erschreckend gegen Hamburg waren die Einstellung und die Haltung des gesamten Team. Sueffisant erklärte der Container dem Skype Reporter in der Halbzeit, man habe die Ordnung verloren. Ich habe wie die Anderen gar keine gesehen. Le Vafre hätte bei der Laissez faire Haltung getobt. Dem Ganzen muss unbedingt Einhalt geboten werden. Ich bin besorgt.

  10. Was Favre mühsam aufgebaut hat ( Abwehr ), wird nun zunichte gemacht. Von einer CL Mannschaft zu ner Gurkentruppe, das muß so gesagt werden.
    Hoffe nur, daß Eberl das genauso sieht !!!!!!!!!!!!!!

  11. Leider liegt der Artikel meiner Meinung nach genau richtig. Borussias defensive (damit meine ich das Denesivverhalten der ganzen Mannschft) ist vom CL-Niveau zu dem eines Abstiegskandidaten mutiert. Was vor Weihnachten als Überlastungssymptom erschien, erweist sich immer mehr als strukturelles Problem. Die unter Favre hochwirksame Mittelfeld-Viererkette, die vor allem durch das Zustellen der Passwege agiert hat, existiert nicht mehr. Das Verdichten der Räume hat Borussia auch die geringe Zahl an Verletzungen in der Favre-Zeit beschert. Wie verletzungsträchtig dagegen das offensive Gegenpressing ist, hat Dortmund in der Klopp-Ära bewiesen. Wenn Schubert nicht bald in der Lage ist, für ein stabiles Defensivverhalten zu sorgen, wird er dasselbe Schicksal erleiden wie Zorniger in Stuttgart, und wir werden in der nächsten Saison nicht einmal Euroleague-Spiele sehen, was im Übrigen für die innrere Statik des Kaders sehr problematisch sein dürfte, da dann viele gute Spieler kaum Einsatzzeiten hätten. Derzeit sieht es jedenfalls so aus, als würde Schubert aus dem nach Bayern (und vielleicht noch Dortmund) besten Kader der Bundesliga eine Chaos-Truppe machen. Sollte Borussia mit einer ähnlichen taktitischen Fehlleistung gegen Köln verlieren, müssten m.E. Eberl, Bonhof und Hans Meyer die Reißleine ziehen. Ich bin ziemlich sicher, dass Eberl (und genauso die beiden Anderen) sich längst Gedanken macht. Dass er dies nicht in der Öffentlichkeit tut, ist seiner Professionalität geschuldet und vollkommen richtig.
    Sehr geärgert hat mich auch das lasche, an Überheblichkeit grenzende Auftreten der Mannschaft, die vor allem nach 1:0 wie schon in Hoffenheim gemeint hat einen limitierten, verunsicherten Gegner allein mit spielerischen Mitteln „erledigen“ zu können. Eine Mannschaft mit „Killerinstikt“ agiert hier anders. Bei Favre war allein schon durch das starke Defensivverhalten eine Führung bei einem Verein wie Hamburg zu 95 Prozent gleichbedeutend mit einem Sieg. Es wird leider im deutlicher, welcher Verlust der Abgang Favres tatsächlich ist.

  12. Leider vollkommen richtig analysiert. Die Aufgabe des Trainers ist Fehler zu beheben und die sind glasklar sichtbar.: das defensivverhalten. ich traue es Schubert nicht zu dies zu ändern. Ein Fachmann muß her. Sorry .

  13. Oh man…
    …also, ein 4:3 ist mir schon lieber als ein 1:0!
    Das kann jeder so sehen wie er will!
    Aber ich als alter Optimist gebe zu, ich bin besorgt!

  14. Mit Stranzl wären die drei HSV-Tore nicht gefallen! Allen drei Gegentoren gingen (mal wieder) verlorene Kopfballduelle voraus.
    Einzig Christensen fischt da mal was weg, alle anderen sind zu kopfballschwach.
    Gegen Köln mit Roel statt Hinteregger?

  15. Nabend zusammen,
    sehr guter Beitrag u.sehr gute Kommentare hier! Ich war
    gestern live vor Ort…!Meinen „Senf“zur Lage seit Schuberts Übernahme.Das was MG ausgemacht hat,war nicht dass viel zu hohe Pressing ohne Absicherung oder eine Super Offensive mit den meisten Toren.Nein,über viele Jahre hinweg hat uns die taktische Grundausrichtung,gepaart mit sehr guten Stellungsspiel u.einer starken Defensive aller Spieler diese Erfolge u.den Fortschritt eingebracht,den wir hatten.Es mag sein,daß Favre die Spieler am Ende überfordert hat u,zu sehr eingezwängt (taktisch) hat,aber Schubert hat kein System oder wenn es denn eins sei soll,dann ist es für uns nicht dass Richtige.Wir Pressen höher als der BVB u,stehen höher vorm eigenem Tor.Das geht seit Wochen so,man sucht sein Glück (Können!) in der fast schon bedingungslosen Offensive.Dabei geht seit Wochen u.Monaten die defensive Grundordnung völlig flöten.Taktisch hat man einen erheblichen Rückschritt gemacht seit der Favre-Ära.Nach unzähligen Gegentoren u. der zweitschlechtesten Defensive der Liga,sollte man ja denken dass der Trainer in der Winterpause die Grundlagen für eine erneute defensive Stabilität legen würde.Weit gefehlt,drauf angesprochen kommt er mir eher etwas pampig u.kleinlich vor.Es scheint mir so dass die taktische Ausrichtung,Stellungsspiel u.defensive Stabilität entweder gar nicht oder nur marginal in den Trainingseinheiten vorkommen können u.so auch im Trainingslager nicht daran gearbeitet wurde.Ich sehe keinerlei Verbesserung,eher eine Verschlechterung.
    MMn ist der Schubert-Effekt verpufft.Er befreite die Spieler aus dem engem taktischen Korsett von Favre.Die Spieler konnte befreit auftreten u.aufspielen.Das merkte man,aber jetzt sollte auch jeder merken,dass die Zeit schon länger vorbei ist.Das
    Schubert eben doch von Favres Arbeit mehr als nur ein bisschen profitiert hat.Das Konzept,sofern es ein echtes gibt,funktioniert für MG nicht. Ein Trainer der all dass was uns über 4 Jahre stark gemacht hat über den Haufen wirft, ist für uns so nicht der Richtige.Ich
    hoffe man sieht es spätestens nach der Saison ein,
    bevor die ganze Sportliche Arbeit eines Lucien Favre
    komplett weg ist, Na ja,schauen wir mal…

  16. Leider eine sehr gelungene Analyse der Situation.
    Ich hoffe das diese äußerst bittere Niederlage mal zum dringend benötigten Nachdenken und Anpassungen führt.
    Die Euphorie und damit einhergehenden Erfolge der ersten Spiele der Schubert Ära haben halt die Mankos überdeckt, die jetzt umso stärker zu Tage treten.
    Vieles hat der Autor sehr gut herasugearbeitet, eines möchte ich gerne noch ergänzen:
    Man kann ja eng an der Mannschaft sein und auch Eigenverantwortung der Spieler fordern (siehe auch damals Krauss). Aber diese junge Truppe ist damit dann doch schnell überfordert. Wenn dann erfahrene Leader wie Stranzl oder Dominguez fehlen kann man nicht erwarten, das die 19-jährigen es schon richten werden.
    Die nach außen dargestellte Kumpanei z.B. mit einem Xhaka, dem doch eher mal eine führende Hand helfen würde ist da meines Ermessens komplett fehl am Platz. Mit den von Xhaka dieses Saison gezeigten Aussetzern ist man nämlich noch lange kein ganz Großer, sondern mitten in einem notwendigen Lernprozeß begriffen.
    Ich traue Schubert ebenfallseinen Lernprozess zu, aber viel Zeit bleibt ihm nicht mehr, sonst wird sein „Interimtrainer“-Spruch schneller wahr, als ihm lieb ist.

  17. Hallo Gladbacher,was sollte Max E.machen,ganz Deutschland wollte A.S. als Trainer, vermutlich hatte er schon einen Toptrainer an der Angel, aber nach der Serie wäre es wohl ganz großes Kino gewesen die Krampe rauszuschmeißen. Schubert ist unsicher,Max ist unsicher!!! Die Mannschaft ist gut aber mit Hinteregger (12 Mio Bombenmann) spielen wir am Ende um Platz 10.
    Also handeln.

  18. Sehr gute Analyse. Auch ich bin sehr besorgt. Mit diesem Trainer verspielen wir klar die Euro liga. Und wenn mal einmal von den Fleischtöpfen weg ist, geht es abwärts. Beispiel Hannover – auch sie waren zwei, drei Jahre in Europa auf Tour. Wo sind sie jetzt. Beispiel Bremen – Absturz nachdem man sich 2 Jahre nicht für Europa qualifizieren konnte. Mit Abstrichen gilt das auch für den HSV.
    Wenn wir Samstag nicht gewinnen sollten – müßte der Verein reagieren um die Ziele zu erreichen.
    Mich stört an AS das er keine Kritik zu läßt und vieles zu locker hält. Diese lockerheit sieht man auch negativ im Spiel wieder , da nicht diszipliniert defensiv gearbeitet wird. Wieso bekommt die Mannschaft zwei freie Tage. Es gibt doch genug für Samstag zu erarbeiten und zu verbessern. Er spielt mir zu Offensiv und bringt gerade in der defensive zu viele junge unerfahrene Spieler. Warum nicht mal einen Rooeeel bringen. Wie sagte schon Weisweiler: Die Offensive gewinnt Spiele, die defensive Meisterschaften.

  19. Top Analyse, besser geht nicht. Es bleibt zu hoffen dass Eberl das auch so sieht, ansonsten Adieu du schöne Borussia. Was mühsam in den letzten Jahren aufgebaut wurde, wird in einem Jahr zusammengehauen.

  20. Gleich vorweg: Mir wird speiübel, wenn ich diesen opportunistischen Dünnpfiff, die Hetzparolen, Effekthascherei und die peinlichen Pseudo-Expertenanalysen samt den ganzen Kopfnicker-Stammtisch-Kommentaren lesen muss. Und das von einer Website und einem Autor, die sich in ihrem Selbstverständnis als Sprachrohr der Fans und des Vereins verstehen. Der ganze Bericht würde vom Niveau hervorragend in eine Flüchtlingsdebatte im ostdeutschen oder niederbayrischen Hinterland passen. Unter dem Banner der Borussia hat er nichts, aber auch gar nichts verloren. Da feiert man sich noch selbst über das Lob, das man auf Twitter von ballreiter erhält, weil man zum Sommer den Kopf des Trainers fordert. Wie ignorant darf eine Fan-Website sein, die unter dem Deckmantel eines seriösen Journalismus agiert und dabei nichts anderes versucht, als schmierige Brandstifterei. Allein die wirklich vielen sinnfreien Kommentare sollten jeden halbwegs anständigen Schreiberling vor Scham erröten lassen („ansonsten Adieu du schöne Borussia“, „in der defensive zu viele junge unerfahrene Spieler“, „mit Hinteregger (12 Mio Bombenmann) spielen wir am Ende um Platz 10″, “ Wie sagte schon Weisweiler: Offensive gewinnt Spiele, defensive Meisterschaften (Weisweiler!!!!!! Hat der Herr sich jemals damit beschäftigt, woher der Name Fohlen kommt?), „Mit den von Xhaka dieses Saison gezeigten Aussetzern ist man nämlich noch lange kein ganz Großer“, „Mit Stranzl wären die drei HSV-Tore nicht gefallen.“, „Ein Fachmann muß her“ „als würde Schubert aus dem nach Bayern (und vielleicht noch Dortmund) besten Kader der Bundesliga eine Chaos-Truppe machen“, „von einer CL-Mannschaft zu einer Gurkentruppe“, „diese Woche nur vier Trainingseinheiten!!!!“, „gibt es derzeit sicher keinen Grund einen Spieler nach Gladbach zu verleihen“, „So kann man in der Bezirksliga agieren… aber nicht in der Bundesliga“, Weg mit ihm, er hat uns die CL und den Pokal versaut“ und so weiter… und so fort… Herr M. F. Breuer! Wird Ihnen wenigstens im Ansatz jetzt bewusst, was Sie hier bedienen? Und der ewige Pessimist und Mahner Marc Basten von Torfabrik gibt auch noch seinen Senf dazu. Dilettantismus pur. Daher verbietet sich mir auch jegliche ernsthafte Diskussion. Ich verweise am Rande lediglich auf Ihren Artikel vom 18.09.2015 „Die Taktik aus dem Keller der Liga“, wo sie dem Gesamtgefüge Harakiri-Leistungen bescheinigen und gleichzeitig Kruse, Kramer und eine Verletztenliste als mögliche Erklärung heranziehen, in der bis auf Johnson jeder Einzelne Schubert ebenso fehlte. Ja, ihm fehlen sogar noch weit mehr Spieler als Favre seinerzeit. Lesen Sie zudem bitte nochmals Ihre Analyse dazu und verraten Sie mir, wieso Sie für die selben Probleme Favres Entschuldigungen gefunden haben, und Schubert, der seit seinem Amtsantritt noch immer in der fiktiven Schubert-Tabelle den 2. Platz einnimmt, derart verdammen. Ich schäme mich. Für Sie. In Grund und Boden.

    • Erst einmal vorneweg: Vielen Dank. Das ist schon eine sehr professionelle Beobachtung samt Kritik, die Sie hier ausführen. Darüber freuen wir uns. Auch über die Tatsache, dass unter all den zustimmenden Kommentaren auch eine Gegenrede zustande kommt. Ihre sportliche Sicht auf die Dinge werden wir daher in keiner Weise ablehnen. Das kann man so sehen, muss man aber nicht, das ist das schöne an einer Debatte.

      Lassen Sie uns jedoch zwei Hinweise geben. Wir betrachten uns nicht als „Sprachrohr der Fans“. Wann und wo wurde das von uns je behauptet? Diese Rolle lehnen wir entschieden ab. Wir sind das Sprachrohr von niemanden, das ist uns wichtig. Hinzu kommt – Sie scheinen ja nicht ganz in Unkenntnis über die mediale Szene in Gladbach zu sein – Halbangst ist ein Meinungsblog. Daher schreiben wir – das liegt in der Natur der Sache – gerne Meinungen. Das wir hier kritisch über Andre Schubert schreiben ist nicht neu. Auch geben wir transparent (ein Blick auf die Links im Text genügt) zu, dass wir kurzzeitlich der Ansicht waren, Schubert reagiere taktisch auf sehr hohem Nievau. Wir beobachten allerdings auch die Entwicklung, das Training sowie das Coaching im Spiel. Und das lässt uns – so wie es seit der Pause läuft – Zweifeln. Die Gründe entnehmen Sie dem Text.

      Dieses Zweifeln als „schmierige Brandstifterei“, “ Hetze“ und „Stammtisch“ abzutun (übrigens nicht alleine von Manuel Breuer geschrieben, den Sie angehen) ist aus unserer Sicht schwer daneben. Bedienen Sie da nicht selber die von Ihnen vorgebrachten Verhaltensweisen? Ja, in der Tat, dadurch wirkt es wie eine Debatte in der Flüchtlingsdebatte: Ihr Kommentar erschafft das dafür symptomatische Unversöhnliche. Schade. Wir hätten gerne auf einem gewissen – gerne auch kontroversen – Niveau diskutiert.

      Glauben Sie wirklich, ein kleiner Blog schafft den Sturz eines Trainers? Wäre es so, man müsste wirklich Sorge um einen sehr gut aufgestellten Club haben. Daher: Vielleicht nehmen Sie ein paar Gänge raus, und wir können gerne diskutieren. Bestenfalls unter Klarnamen. Wie gesagt: Sie scheinen die Szenerie ja ganz gut zu kennen, da weiß man gerne, wen man vor sich hat.

      Grüße im Namen des Halbangst-Teams,

      Christoph Ullrich

    • Hallo,
      wir haben hier eine Meinung geäußert, niemand versteht sich hier als Sprachrohr der Fans. Dazu schliesse ich mich CU an, der Vergleich zur politischen Hetze ist nun wirklich daneben.
      Wie Sie, da Sie ja alle Kommentare unter dem Artikel durchgegangen sind, auch an meiner Antwort dort sehen, gibt es durchaus mehrere Punkte in dieser Debatte, die wahrscheinlich ebenso zu den jüngsten Resultaten beitragen.
      In diese Richtung dann auch der Hinweis – es gibt mehrere Erklärungsansätze, und es gibt selbstredend positive Entwicklungen und Massnahmen unter Schubert. Darüber diskutieren wir gerne. Was uns derzeit stört, ist die Gesamtausrichtung der Mannschaft und eine scheinbar fehlende interne und externe Korrektur des Spielsystems. Dahingehend gehe ich sogar so weit, mir durchaus eine Affinität und demnach gewisse Subjektivität zugunsten Lucien Favres nachsagen zu lassen. Nochmal, die Verletzten spielen eine Rolle, aber das offene System scheint genau das aktuell als zusätzliche Bürde der Abwehr aufzulasten.
      Was das kommentarliche Stab-brechen über Spieler, oder selbst Max Eberl hier angeht, so teile ich das sicherlich nicht. Derart „harte“ Kommentare kommen und kamen jedoch auch nach Siegesserien und blendenden Gesamtsituationen (Favre, Eberl, Johnson, Raffael, Korb, Wendt…).
      Mit besten Grüßen
      M.Breuer

    • Das möchte und kann ich so nocht stehen lassen: 4-5 Beleidigungen haust du alleine in deinem ersten Satz raus. DAnn noch schön aus jedem Kommentar einen Satz rausgerissen, die hören sich aus ihrem Kontext gerissen dann uach nochmal anders an, als in der Argumentationskette! Warum hier eine eine Flüchtlingsdebattenvergleich rein muss, anstatt dann von Dir mal ein ein Eingehen auf die tatsächlich geäußerte Kritik ist mir auch schleierhaft.
      Mein von dir entwendeter Satz war:
      „Mit den von Xhaka dieses Saison gezeigten Aussetzern ist man nämlich noch lange kein ganz Großer“. Klar ist das überspitzt formuliert, aber in der Sache doch komplett richtig!!! Der Spieler hat es geschafft, das wir drei Spiele mit einem Mann weniger zuende bestreiten mussten und dann hat er nochmal 5 Spiele gesperrt gefehlt. Das heisst von 20 Spieltagen war er uns an 8 keine Hilfe sondern hat uns geschwächt! Ich höre weder von Schubert, noch von Xhaka selber eine kritische Einordnung dieser Vorfälle, noch einen Wille zur Verhaltensänderung.
      Da ist der Spieler, der Schubert als Chef gefordert hat und der Trainer, der Xhaka zum Kapitän gemacht hat. Klar können solche Allianzen funktionieren, aber es kann auch in eine unselige und unkritische Abhängigkeit führen. Das anzumerken ist meines Ermessens keine Brandstifterei, sondern der Hinweis auf mögliche Fehlentwicklungen. Ich halte Xhaka für einen grandiosen Spieler, aber sich mehrfach so provozieren zu lassen, das man die eigene Mannschaft massiv schwächt muss zu einem Lernprozess führen, den ich zumindest nicht erkennen kann.
      Und ich glaube auch das Schubert ein gutes taktisches Verständnis hat und auf die Spieler eingehen kann. Aber die letzten Interviews sind mir dann doch deutlich zu viel Schönfärberei, zwenig Bereitschaft von der reinen Lehre abzuweichen (ala Zorniger) und zuviel Nähe zu manchen Spielern in der Mannschaft.
      Nur meine Meinung, die du jetzt gerne kritisch hinterfragen darfst, aber dann doch bitte mit einer sachlichen Auseinandersetzung und nicht mit einer pauschalen Unterstellung.

  21. Moin,
    ich stimme den Kommentaren von C.Ullrich u.M.Breuer
    zum Post von „Die Seele brennt“ vorbehaltlos zu.
    „Schmierige Brandstifterei“,“Hetze“u.“Stammtischparolen“ kann ich hier nun wirklich nicht erkennen!Die Verbindung
    zur „Flüchtlingspolitik“geht mal gar nicht! Also lasst uns nach vorne blicken….3:2 gegen die „Böcke“ am Samstag! Sportliche Grüße aus SH wünscht
    Michael D,

  22. Interessanter Artikel, gute Kommentare, ausgenommen der von Seele bre.int, der mir zu gut und zu lang erscheine, als ob nicht eine Absicht dahinter stünde. Dennoch, ich glaube, ich seid verbietert, gegen den HSV verloren zu haben, diese „Wer bis vor der Partie gegen den Trümmerdino dachte…“ (Die Redaktion), bestärkt mit einem Bild mit dem Kommentar „Ödland Kirmesfußball“ ohne zu erwähnen, dass der HSV in diesem Teil ein neues Trainingszentrum für Euro 10 Millionen baut, scheint mir bezeichnend für Eure Geisteshatung dem „Trümmerhauen“ zu sein. Von daher rate ich Euch die Taktik der alten Römer: erst den Sieg davon tragen und dann den Feind niedermachen. Liegt hier ein Fall von Unterschätzung oder Überheblichkeit? Nun, diese Frage müßt Ihr selbst beantworten. Aber Eure Mannschaft auch. No es así, Manuel Felipe, o periciclo de equivocarme? Mit hanseatischem Gruß

    • Lieber Hanseat, machen wir es kurz: Jap, die ein oder andere Gemeinheit gegen den HSV ist mit drin. Bitte nicht so Bierernst nehmen. Wir wollten nur den krassen Gegensatz zwischen der allgemeinen Planung der beiden Clubs darstellen. (Und die von Dir genannten Formulierungen kommen von mir, Christoph Ullrich, der den Text mit Manuel geschrieben hat. Das System spielt nur nicht beide Namen aus. Daher ist Manuel unschuldig ?)

      Zu dem Kommentar von die „Seele brennt“ – Jap, der wirkt auch auf uns wie ein bestellter Kommentar. Aber selbst wenn es so ist, stört es uns nicht weiter.

      Versöhnliche Grüße,

      Christoph

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