Armin Veh for Bundestrainer

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Jetzt ist es raus: mindestens 40.000 Trainings-”Fans” haben drauf gewartet, wer den “sympathischen Tandempartner” des noch “sympathischeren” Jogi Löw unter der sportlichen Leitung des überaus “sympathisch liebreizenden” Sportdirektors Oliver Bierhoff gibt. Und Tataa: Thomas Schneider wird der neue Co-Trainer der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft! Alles also wie immer beim DFB: Man muss im Schwabenland (oder etwas weiter gefasst: im Südwesten) schon einmal versucht haben, Trainer gewesen zu sein, um am Rande des erlauchten Kreises der Event-Maschine Nationalmannschaft etwas sagen zu dürfen. Denn wie Löw war auch Schneider einst Trainer beim VfB Stuttgart. Was schauderlich klingt, macht jedoch hoffnungsfroh für 2016, sollte das Anforderungsprofil als DFB-Trainer Stuttgarter Stallgeruch sein.

Wischen wir nämlich mal die Sorgen bei Seite, dass Schneider einen ähnlichen Weg wie Löw geht, und vom Co zum Chef wird. Gab und gibt es doch auf der Bank des VfB ein paar hoffnungsvolle Kandidaten für diesen Posten nach der Europameisterschaft 2016. Da wäre zum Beispiel Huub Stevens. Sollte der Fußball-Bund dann auf die Idee kommen, dass auch ein Ausländer Trainer sein darf, ist der miesgelaunte Niederländer die beste Wahl. Wie schön wäre es zu sehen, wenn Journalisten nach Eventfragen als “Arschloch” abqualifiziert würden. Oliver Bierhoff würde, angesichts der verärgerten Werbepartner, weinend zusammen brechen.

Aber bleiben wir sachlich. Ein Holländer auf der DFB-Bank? Ich gebe zu, das erschaudert auch mich. Also schauen wir weiter in der Liste: Markus Babbel – ebenfalls VfB-Trainer-Randnotiz – scheidet aus, da er auf seiner Haut zu viele Tattoos hat und somit dort kein Platz mehr für Werbe-Tätowierungen wäre. Da hätten Bierhoff und DFB-Präsident Niersbach sicher kein Interesse an einer Verpflichtung. Auch Bruno Labbadia ist raus. Der “schöne Bruno” wäre Bierhoff sicherlich eine Umdrehung zu schön. Die Rolle des Shampoo-Models soll ja beim Sportdirektor bleiben.

Also bleibt noch einer: Armin Veh. Derzeit in zweiter Mission in Stuttgart unterwegs. Und wenn man ehrlich ist, lange kann es nicht mehr dauern, bis diese beendet ist. Und da Vehs Abgänge gerne knurrig sind, ein perfekter Kandidat. Daher – auch wenn es so manchem Fortuna-Fan schwer fallen wird – plädiere ich für Armin Veh als naturgeborenen Jogi-Nachfolger.

Alleine aus Marketinggründen wäre es ein echter Wurf. Deutet sich doch an, dass der Markt mit spießig kreischenden Jungs und Mädels gesättigt ist. Außerdem wird es bestimmt bald die nächste große Boy-Band oder ein neues Album von Robbie Williams geben. Dann gehen die Eventys zwischen zwölf und 45 Jahren ganz schnell von der Fahne. Wirkliches Wachstum bei Merchandising-Verkäufen (und darum geht es doch ausschließlich bei der Nationalmannschaft) sehe ich aktuell nur in den Kerngruppen “Asoziale Alles-Hopper”, Meckeropas, Dauerkarten-Besitzern aus den 80ern und Ultras. Hier haben sich Viele aufgrund des aalglatten Images abgewandt. Ihnen fehlt oft das historisch Ärgerliche an Darbietungen der Nationalmannschaft. Doch Hilfe wäre somit in Sicht: Veh würde für gepflegten Rumpelfußball stehen. Spielertypen wie Sebastian Rode wären gefragt. Alex Meier wäre der neue Götze, Christoph Kramer hätte eine langfristige Perspektive im Team: als – Obacht – “Kreativspieler”! Ich würde mir umgehend ein Trikot der DFB-Elf kaufen und wieder voll dabei sein. Weil es wieder so herrlich schlimm werden würde. Endlich sich wieder aufrichtig für etwas nicht schämen, für das man es eigentlich tun müsste. Insofern – Kurs halten, Stuttgarter Ex-Trainer weiter beschäftigen, Veh holen. Oder wie sagt man in der Marketing-Welt des Oliver Bierhoff: “The next big thing is already there!” (cu)

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